Eingereicht hat der Fachbereich Soziales der Stadt, OpenAdvo hat KIWo als technischer Partner mitentwickelt. Für beide ist die Finalteilnahme eine Bestätigung des gemeinsamen Ansatzes: eine KI-Anwendung für die Verwaltung, deren Quellcode offen liegt und die andere Kommunen übernehmen können.
Der Wettbewerb
Der Open Source Wettbewerb zeichnet Projekte aus, mit denen Verwaltungen dank Open Source effizienter, transparenter und digital souveräner arbeiten. Träger ist die Open Source Business Alliance (OSBA), ideeller Träger das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS). Die Schirmherrschaft hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung übernommen, ausgerichtet wird der Wettbewerb von SUSE und Capgemini.
In der zweiten Ausgabe gingen 65 Projekte ins Rennen, rund zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Sie stammen aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen, von kommunalen IT-Dienstleistern und weiteren öffentlichen Einrichtungen und verteilen sich auf vier Kategorien: Fachverfahren, Interne Verwaltungsanwendungen, Transformation und Künstliche Intelligenz.
Die Jury
Die Finalisten hat eine zehnköpfige Jury aus Verwaltung, Wissenschaft und Open-Source-Wirtschaft ausgewählt:
- Katja Wilken, Präsidentin des Bundesverwaltungsamtes
- Peter Ganten, Vorsitzender der Open Source Business Alliance
- Thomas Grosser, Geschäftsführer der Cloudogu GmbH
- Peer Heinlein, Gründer und CEO der Heinlein Group
- Leonhard Kugler, Mitglied der Geschäftsführung des ZenDiS und Leiter der Plattform openCode
- Dr. Markus Noga, Chief Technology Officer der IONOS SE
- Holger Pfister, Vice President DACH bei SUSE
- Prof. Dr. Dirk Riehle, Professor für Open-Source-Software an der FAU Erlangen-Nürnberg
- Martin Schallbruch, Vorstandsvorsitzender der govdigital eG
- Stefan Zosel, VP Global Cloud Lead Public Sector bei Capgemini
Was KIWo macht
Der Wohngeldantrag gehört zu den aufwendigsten Verfahren in einer Kommune. Viele Anträge kommen unvollständig an, und die Wohngeldstelle muss nachfragen. KIWo führt Antragstellende im Dialog durch den Antrag: Der Assistent liest Nachweise aus, schlägt Werte vor, erklärt Fachbegriffe und prüft vor der Abgabe, ob etwas fehlt. Über den Anspruch entscheidet weiterhin die Wohngeldstelle.
Von Februar bis Juni 2026 haben wir KIWo mit der Wohngeldstelle Tübingen erprobt. Von den 15 KIWo-Anträgen waren 6 auf Anhieb vollständig, in 8 Fällen fehlte nur der BAföG-Bescheid; auf dem Papierweg lösen rund 85 % der Anträge Rückfragen aus. Alle Kennzahlen mit Methodik stehen auf der KIWo-Seite.
Der Quellcode ist offen und liegt auf openCode. Die Regeln des Antrags sind als Konfiguration hinterlegt, nicht im Code. Andere Kommunen können KIWo deshalb übernehmen, ohne neu zu entwickeln. Mit Sindelfingen und Ravensburg unterstützen bereits zwei weitere Städte die Weiterentwicklung.
Finale in Berlin
Am 15. Oktober 2026 präsentieren die Stadt Tübingen und OpenAdvo KIWo auf der Smart Country Convention in der Messe Berlin. Die Finalpitches beginnen um 9:15 Uhr in Hub 27, Raum Beta 7, jedes Team hat vier Minuten. Danach berät die Jury, die Preisverleihung folgt von 11 bis 12 Uhr auf der Green Stage in Halle 25.
Für OpenAdvo sind Simon Ebeling und Julius Harnack vor Ort und vertreten das Projekt.
Wir freuen uns auf den Austausch mit allen, die wir dort treffen. Der Eintritt zur Smart Country Convention ist nach Online-Registrierung kostenlos.
Unser Dank gilt dem Fachbereich Soziales und der Wohngeldstelle der Universitätsstadt Tübingen sowie allen, die KIWo in der Testphase ausprobiert und uns Rückmeldung gegeben haben.



